Veranstaltungsreihen und Projekte

Förderpreis der Freunde der Kunstakademie e.V.

33. Förderpreis der Freunde der Kunstakademie 2016

Zum 33. Mal wurde am vergangenen Dienstag, den 19. Juni 2016 der Förderpreis der Freunde der Kunstakademie Münster vergeben. Die Preisträger sind Jannik Bergfelder, Inga Krüger und Shinah Lee. Der Jury gehören in diesem Jahr Kristina Scepanski, Direktorin des Westfälischen Kunstvereins Münster, Prof. Stefan Wissel, Künstler aus Düsseldorf und Dr. Gail B. Kirkpatrick, Leiterin der Kunsthalle Münster, an. Die künstlerische Leitung beim Aufbau der Ausstellung hatten in diesem Jahr Prof. Irene Hohenbüchler und Prof. Dirk Löbbert inne. Aus einer Vorauswahl der Studierenden, die von den Professoren der Kunstakademie ermittelt wurde, wählte die Jury aus 25 Einreichungen die drei Finalisten aus. Die Ausstellung ist noch bis zum 4. Mai 2016 in der Kunsthalle Münster zu sehen. Der Förderpreis wird von der Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherung im Rahmen der Nachwuchsförderung der Freunde der Kunstakademie unterstützt. Mit der Auszeichnung verbindet sich ein Geldpreis von insgesamt 4.500 Euro. Dieser Geldpreis wurde von der Jury auch in diesem Jahr zu gleichen Teilen auf die drei PreisträgerInnen verteilt. Der Förderpreis wurde von Dr. Andreas Freisfeld, dem neugewählten Vorsitzenden der Freunde der Kunstakademie Münster, und von Markus Reinhard, Mitglied des Vorstandes der Westfälischen Provinzial und Schatzmeister der Freunde der Kunstakademie Münster übergeben.

 

 

Teilnehmende Künstlerinnen:

Luisa Kömm, Nicolas Grafia, Jannik Bergfelder, Yui Tombana, Shina Lee, Mietje Dicke, Inga Krüger, Michael Goncalves Ribeiro, Stefan Mensching, Fabian Nehm, Lis Schröder, Malte Frey, Natali Daniluk, Chao-Kang Chung, Nicola Goerdes, Gilsuk Ko, Kenny Rüdiger, Charlotte Debs, Dominique Bradbury, MaShias Anders, Malte van de Water, Eu Sun Ko, Philip Reuver, Moritz Neuhoff, Ferdinand Uptmoor.

Eröffnung der Ausstellung am Dienstag, den 19.04.2016.

Der diesjährige Preis ging wie auch im Vorjahr in gleichen Teilen an die drei PreisträgerInnen:

v.l. Inga Krüger, Jannik Bergfelder und Shina Lee.

vl. Dr. Gail Kirkpatrick (Jury / Leiterin der Kunsthalle Münster), Kristina Scepanski (Jury / Direktorin des Westfälischen Kunstvereins Münster), Markus Reinhard (Provinzial Versicherung), Dr. Andreas Freisfeld (Vorsitzender der Freunde der Kunstakademie Münster), Stefan Wissel (Jury / Künstler, Düsseldorf), Prof. Dr. Georg Imdahl (Kunstakademie Münster).

 

 

 

 

Jurybegründung zu Shina Lee (Prof. Stefan Wissel, Künstler aus Düsseldorf):

„That’s enough !!“ von Shinah Lee instrumentalisiert eine profane Korridorsituation und fasst diese in einem begehbaren, interaktiven Bild zusammen. Durch ihre gezielten, unprätentiösen Interventionen, die sehr direkt aber auch subtil und kryptisch sein können, korrigiert Lee das vorgefundene Setting und schafft einen ebenso komplexen wie nonchalanten Raum. Durch eine spezifische, vom Betrachter gesteuerte Choreografie, in der die Sichtbarkeit mit dem Unsichtbaren konkurriert, rhythmisiert die Arbeit den kommunikativen Prozess sie zu lesen, die registrierten Details zu dechiffrieren, einen Kontext zu entdecken und relativiert so die Souveränität des Betrachters auf dialektische, augenzwinkernde Weise. „That’s Enough“ verhandelt die Dynamik der Rezeption und balanciert dabei gekonnt zwischen Konfrontation und Entzug. Lees ebenso lapidar wie präzise dosierten Eingriffe nutzen die Strategien der formalen Reduktion, wodurch sie mit großer Leichtigkeit das pragmatische Ambiente der vorgefundenen Situation infiltrieren und darüber eine temporäre Einheit herstellen.

Jurybegründung zu Jannik Bergfelder (Dr. Gail B. Kirkpatrick, Leiterin der Kunsthalle Münster):

Jannik Bergfelders Skulptur „Self-Decentration-Device – Self-Centration-Device – Stand“ überzeugte die Jury durch seine bildhauerische Qualität, seine humorvolle Multifunktionalität und potentielle Mobilität. Die dreiteilige Skulptur, die das Genre selbst in Frage stellt, scheint mit seinen spärlichen Materialien, prekär durch eine „seltsam“ verbindende Kraft zusammengehalten. Die Jury lobte die ambivalente Energie der Arbeit, die sich selbst davor bewahrt, den Fliehkräften aus Selbstbezogenheit und Fremd-Verzettelung nachzugeben, damit vollends aus den Fugen zu geraten und auseinander zu fliegen.

Jurybegründung zu Inga Krüger (Kristina Scepanski, Direktorin des Westfälischen Kunstvereins Münster):

Inga Krüger erhält den Förderpreis der Freunde der Kunstakademie Münster für ihre Arbeit „Ich freue mich, dass Sie in korrekter Erscheinung anwesend sind“. Darin aktiviert sie eine mehrteilige, im Halbkreis angeordnete Installation mittels einer „Lecture Performance“. Sie nimmt den Ausstellungsort der Kunsthalle in Münster und ihre Situierung mitten im Stadthafen zum Ausgangspunkt ihrer chronologischen Erzählung, die sich den Ursprüngen, Nutzungsweisen und städtebaulichen Veränderungen des Quartiers widmet. Inga Krüger verknüpft dabei auf eindrucksvolle und äußerst leichtfüßige Art und Weise Fakten mit Fiktion und freien Assoziationen. Sie wählt eine Perspektive aus der nahen Zukunft und ermöglicht damit dem Publikum einen Blick auf die Ereignisse – gleich einem Zeitstrahl – herausgelöst aus der eigenen individuellen Zeitlichkeit. Die ausgestellten Objekte dienen dabei der vermeintlichen Authentifizierung ihrer Geschichte – sind mal Relikt, mal Anschauungsmaterial. Inga Krüger gelingt es auf einzigartige Weise, den Blick auf akute Situationen und Fragen angesichts anstehender massiver städtebaulicher Veränderungen im Hafenviertel Münsters zu lenken, ohne dabei mahnend den Zeigefinger zu heben. Dabei beweist sie ein beeindruckendes Gespür für lokale Befindlichkeiten, die richtige Dosis Humor und eine eigenständige Ausprägung performativer Praxis, ohne dabei die ästhetische Dimension ihrer installativen Requisiten zu vernachlässigen. Inga Krüger hat ihre eigene künstlerische Ausdrucksweise gefunden und stellt sie mit dieser Arbeit virtuos zur Schau – das macht sie in den Augen der Jury auszeichnungswürdig.

32. Förderpreis der Freunde der Kunstakademie 2015

Ausstellungseröffnung am 

31. Förderpreis der Freunde der Kunstakademie – 2014

Zum 31. Mal werden im der Rahmen der Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster e.V.  junge Künstler aus Münster ausgezeichnet. Der von der Westfälischen Provinzial Versicherung unterstützte Preis wird alljährlich an drei Studierende der Kunstakademie vergeben. Mit der Auszeichnung verbindet sich ein Geldpreis von 1.500€ für jede/n Preisträger/in. Die feierliche Preisverleihung und Eröffnung der Ausstellung findet in der Kunsthalle Münster am Deinstag, dem 29. April 2014 um 19.00 Uhr, statt. Der Preis wird von dem Vorsitzenden der Freunde der Kunstakademie Münster, Karl-Heinz Bonny, übergeben.

Die Förderpreis-Ausstellung gibt einen Einblick in die aktuellen Entwicklungen junger zeitgenössischer Kunst an der Kunstakademie Münster. Die Professoren der Akademie ernennen die Künstler, aus denen die Jury die Preisträger ermittelt. Der diesjährigen Jury gehören Dr. Gail B. Kirkpatrick (Leiterin der Kunsthalle Münster), Rose-Maria Gropp (FAZ-Kritikerin) und Manuel Graf (Künstler). Karl-Heinz Bonny begleitet den Jurorengang als Vorsitzender der Freunde der Kunstakademie Münster e.V.

Die künstlerische Leitung haben Prof. Irene Hohenbüchler und Prof. Klaus Merkel.

 

 

Teilnehmende KünstlerInnen:

Sang-Hoon Ahn / Namuun Batmunkh /  Miriam Berger / Chih-Feng Chien / Lena Dues / Eva Esser / Ail Hwang / Namomi Katayanagi / Hanna Kier / Minkyung Kim / Nam Hoon Kim / Joschua Knüppe / Janina Lemparty-Prang / Fallon-Delphine Marschhäußer / Artur Moser / Philipp Reuver / Christina Röttger / Stephanie Sczepanek / Vakhtang Sikharulidze / Dino Steinhof / Annika Sophie Wanzek / Birgit Wichern / Hui-Chen Yun

Eröffnung der Ausstellung und Preisverleihung am Mittwoch, den 17.04.2013.

Der begehrte Förderpreis der Freunde der Kunstakademie ging in diesem Jahr zu gleichen Teilen an die drei Künstlerinnen Minkyung Kim, Janina Lemparty-Prang und Stephanie Sczepanek.

v.l. Manuel Graf (Künstler/Jury), Dr. Rose-Maria Gropp (FAZ/Jury), Dr. Gail B. Kirkpatrick (Kunsthalle Münster/Jury), Markus Reinhard (Provinzial Versicherung), Stephanie Sczepanek (Preisträgerin), Karl-Heinz Bonny (Freunde der Kunstakademie Münster e.V.), Janina Lemparty-Prang (Preisträgerin)  (es fehlt die Preisträgerin Minkyung Kim)

 

 

Die PreisträgerInnen

1. Preisträgerin
Minkyung Kim (*1984, Bucheon, Südkorea)

„Zimmer 4.11“, Installation, Performance, 2014

Minkyung Kim geht es in ihrer Arbeit um alle fünf Sinne. Dennoch oder gerade deshalb ist sie unheimlich. Dies schon allein, weil das „Zimmer 4.11“ betreten werden muss. Ein wahrlich befremdlicher enger Raum öffnet sich, in dem die Realität ins Schlingern kommt. Es geht dort um Geruch und Beklemmung  und darum, ob sich dem Augenschein trauen lässt. 

2. Preisträgerin 

Janina Lemparty-Prang (*1982, Ratibor, Polen)

„o.T.“, Fließspachel, Polyesterharz, 2014

Wie werden Dinge gemacht, ohne zu verleugnen oder zu verschleiern, wie und woraus sie hergestellt  worden sind? Die Spuren der Herstellung bleiben sichtbar. In dem Objekt von Janina Lemparty-Prang sieht man die Fließspachtelschichten von Polyesterharz, die sich zu einem festen, schweren Körper verdichten. Unverschönt formen sie sich zu unterschiedlichen Materieschichten, gleichsam zu einer Art vor-skulpturalen Malerei. Das Werk wirkt auf den ersten Blick unvollendet und offenbart den Werkprozess. Weder Malerei, noch Skulptur oder Architektur – das Objekt von Janina Lemparty-Prang zeigt die Genese eines künstlerischen Herstellungsprozesses. Ihr Kunstwerk führt den Betrachter zum Ursprung zurück - zum Anfang einer skulptural gewordenen Malerei.

3. Preisträgerin

Stephanie Sczepanek (*1987, Herten)

„Münster, Wolbeckerstraße, Abschnitt Kanalbrücke“, Video, 6’52 min., 2014

Die junge Künstlerin stellt sich eine fast unmögliche und körperlich aufreibende Aufgabe und führt sie minutiös und bis zur Selbstaufgabe aus. Die inszenierte Video-Performance zeigt bildhaft und nüchtern eine Sprachfigur – in diesem Fall den Ausdruck „sie steckt den Kopf in den Sand“. Auf den zweiten Blick erst bemerkt man einen noch hintergründigeren Humor: eine studierte Archäologin verbuddelt ihren eigenen Kopf im Sand.

Fotos: Sujin Seo (© Kunstakademie Münster)