Januar

Eventbild für Münster Lecture // Dr. Mithu Sanyal
Foto: copyright Regentaucher

Münster Lecture // Dr. Mithu Sanyal

15.01.2019 18:00
Hörsaal der Kunstakademie Münster, Leonardo-Campus 2, 48149 Münster

Liebe Freunde und Kunstinteressierte, wir laden Sie herzlich zur Münster Lecture mit Dr. Mithu Sanyal, Düsseldorf, ein.

In ihrem Vortrag im Rahmen der Münster Lectures erzählt die Autorin, Journalistin und Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal aus der Kulturgeschichte der Vulva. Warum gibt es 13 Wallfahrtsorte für die heilige Vorhaut Jesu, aber keinen einzigen für das Hymen der Jungfrau Maria? Warum sagen wir Vagina, wenn wir die Vulva meinen? Warum hält sich bis heute das Wort Scham so hartnäckig für die Lippen und Haare und (Ge)Beine dieses Genitals? Sanyal stellt die Frage, was anhand des weiblichen Genitals alles verhandelt wurde. Denn die Vulva wurde nicht etwa übersehen, sondern mit beträchtlicher Anstrengung zuerst diffamiert und daraufhin verleugnet – bis zu der irrigen und einigermaßen irren Auffassung, sie sei nicht der Rede wert. Dabei ließ sie sich selbstredend nie vollständig verdrängen und fand immer einen Weg zurück in die Imagination. Inzwischen könnte man sogar von einer veritablen Vulvawelle sprechen: Sheela-na-gigs, Mary Beth Edelson, Vulva-Werbespots und Vulva-Activism.

Mithu Sanyal, geboren 1971 in Düsseldorf, lebt und arbeitet in Düsseldorf. Sie studierte englische und deutsche Literatur und promovierte über die Kulturgeschichte des weiblichen Genitals. Aus der Doktorarbeit entwickelte sie ihr erstes Buch Vulva. Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts, das 2009 herausgegeben wurde. 2016 erschien ihre Debattengeschichte Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens. Dafür wurde sie mit dem Preis Geisteswissenschaften international ausgezeichnet. Seit 1996 ist Sanyal Autorin beim WDR. Für ihre Hörspiele und Radio-Features erhielt sie dreimal den Dietrich-Oppenberg-Medienpreis. Sanyal schrieb unter anderem auch für die Bundeszentrale für politische Bildung, Spiegel online, MISSY Magazine, SPEX, Konkret sowie Vice und hat eine regelmäßige Kolumne in der taz.


Die Münster Lectures werden großzügig gefördert durch die Freunde der Kunstakademie Münster e.V.

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