Juni

Eventbild für Moritz Neuhoff /// apparent magnitude

Moritz Neuhoff /// apparent magnitude

09.03.2019 – 23.06.2019
Museum gegenstandsfreier Kunst, Marktstraße 10, 21762 Otterndorf

Liebe Freunde und Kunstinteressierte, wir laden Sie herzlich zu der Ausstellung ein.

Moritz Neuhoffff (*1987 Osnabrück) hat an der Kunstakademie Münster studiert und lebt seit seinem Studienabschluss in Berlin. Sein Werk hat mittlerweile eine solche Anerkennung gefunden, dass es in einer großen Übersichtsausstellung zur deutschen Malerei dieses Jahr in Bonn, Wiesbaden und Chemnitz gezeigt werden wird.

Ungewöhnlich für einen jungen Maler lotet Neuhoffff in seinen recht großformatigen Bildern das ganze Spektrum abstrakter Malerei aus. Gleichsam wie in einem Experimentallabor lässt er dabei die verschiedensten Spielarten Revue passieren und bringt sie in die eigenartigsten Konstellationen miteinander. Dies geschieht auf eine souverän distanzierte Weise. Zwar scheinen der Impuls des Körpers, die Virtuosität der malerischen Hand, das Ungestüme eines emotionalen Gemüts die Bildwelt aufzubauen, zugleich aber ist wohl ein abgeklärter Intellekt mit einem Regelsystem am Werke, so dass der Betrachter sich fragt, ob das bewegte malerische Leben gar nicht von Menschenhand, sondern von einer komplexen Maschine erzeugt worden ist. Was aus der Ferne wie eine gewaltige Aufwallung von Farbmaterial wirkt, ist aus der Nähe betrachtet ganz flflach, fast nur eine zarte Färbung der Leinwand, alles Haptische erweist sich als Illusion komplexer Schatten- und Lichtspiele, die fast ungreifbar in die Leinwand eingedrungen sind. In diesem Hin und Her der Augentäuschungen verliert der Betrachter die Sicherheit über sein eigenes Sehenkönnen. Will hier ein souverän reflflektierter und distanzierter Schöpfer sein Spiel mit uns treiben und in seiner Durchtriebenheit alle Sichtbarkeit zum Schein erklären, zu etwas bloß Virtuellem? Nicht nur die unbestimmte Räumlichkeit der malerischen Bewegungen, ihre vielschichtigen Überlagerungen, auch das irrisierend wandernde Licht und die nicht benennbaren, flflflackernd auf- trumpfenden und sogleich wieder sich entziehenden Farben erschweren uns eine Deutung des bildlichen Geschehens.

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