25.11.2025 18:00
Münster Lecture /// Prof.in Dr. Monika Wagner
Kunstakademie Münster
Hörsaal
Leonardo-Campus 2
48149 Münster
Herzliche Einladung zur Münster Lecture mit Prof.in Dr. Monika Wagner, Kunsthistorikerin, Hamburg.
Monika Wagner studierte Malerei an der Kunstakademie in Kassel, Kunstgeschichte und Literaturwissenschaften in Hamburg und London. Sie war wissenschaftliche Assistentin an der Universität Tübingen, wo sie 1986 habilitiert wurde. Von 1987 bis 2009 lehrte sie Kunstgeschichte an der Universität Hamburg und leitete das Funkkolleg Moderne Kunst. Arbeitsschwerpunkte betreffen die Kunst des 18.-20. Jahrhunderts, die Geschichte und Theorie der Wahrnehmung, die Gestaltung öffentlicher Räume und besonders die Semantik künstlerischer Materialien. Fellowships führten sie u.a. an das Wissenschaftskolleg zu Berlin und das Getty Research Center in Los Angeles, das IFK in Wien und die Forschergruppe „Bildevidenz“ an der FU Berlin.
Globaler Austausch
Abfall und Staub in der zeitgenössischen Kunst
Während Weltausstellungen des 19. Jahrhunderts die Transformation von Rohstoffen aus den Kolonien in maschinell produzierte Waren demonstrierten und damit die industrielle Produktion feierten, ist inzwischen das Problem akut, wie man das Produzierte wieder loswird. „Return to sender" war das Motto des aktionistischen "Nest Collective" aus Nairobi auf der documenta 15, dessen Installation aus Ballen abgenutzter Textilien auf die unkontrollierten Materialströme von Abfall aus Europa in den globalen Süden zielte. Zahlreiche Künstler*innen aus dem globalen Süden nutzen das Kunstsystem, um den unerwünschten Abfall aus der Warenproduktion und dem Charity-Rassisimus zumindest symbolisch an die Herkunftsländer zu "restituieren". Dem widersetzt sich der ebenso ubiquitäre wie undomestizierbare Staub, die höchste Form materieller Dekomposition. In der Tradition der "Wolkenstudien", wie sie in Europa seit dem 18. Jahrhundert verbreitet sind, werden neben natürlichen Pulverisierungen auch die alarmierenden gewaltsamen Zerstörungen von Künstlern ebenso wie von der transdisziplinären Forschungsgruppe „Forensic Architecture“ visualisiert.
De-komposition, Recycling, Re-Development von Dingen und Materialien sind zu Themen und Verfahren künstlerischer Produktion geworden, die eine entsprechende historische und theoretische Kontextualisierung erfordern.
Die Münster Lectures werden großzügig gefördert durch die Freunde der Kunstakademie e.V.
