Page 124 - Almanach2020
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 Meike Schulze Hobeling und Martin Schlathölter »Sommerakademie trotz Pandemie«
Eine Fachjury der Kunstakademie Münster nominiert bis zu zwei Studierende für das Stipendium. Nach der Nominierung erfolgt direkt die Bewerbung. Die Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg wurde 1953 von Oskar Kokoschka als »Schule des Sehens« gegründet und ist die älteste ihrer Art in Europa. Jährlich besuchen derzeit etwa 300 Menschen aus über 40 Staaten circa 20 Kurse an den zwei fixen Kursorten Festung Hohensalzburg und Kiefer Stein- bruch in Fürstenbrunn sowie an temporären Standor- ten. Renommierte KünstlerInnen aus der ganzen Welt geben dort Kurse. Von der Kunstakademie Münster nahmen 2020 Meike Schulze Hobeling und Martin Schlathölter teil.
Stipendiatin: Meike Schulze Hobeling Kurs von: Cäcilia Brown, Anna Hofbauer, Mikkel Holm Torp
Minerals and Overalls 26.07.–22.08.2020
Steinbruch Untersberg
Durch die Unterstützung der Kunstakademie wurde es mir dieses Jahr ermöglicht, an der Salzburger Sommer­ akademie teilzunehmen. Eine historische Atmosphäre inmitten von meterhohen Steinwänden, eine tägliche
Stipendium der Salzburger Sommerakademie 26.07.–22.08.2020 / 17.08.–22.08.2020
Routine von Arbeiten, Gesprächen, gemeinsamen Essen und Ausflügen haben meine Wochen begleitet. Corona­ bedingt gestaltete sich unsere Gruppe leider weniger international.
Wir wurden in den alten Arbeiterhäusern im Un­ tersberger Steinbruch einquartiert, welcher Lebens­ und Arbeitsmittelpunkt des vierwöchigen Stipendien­ aufenthalts war. Dort lernten wir den Umgang mit Marmor und die Bearbeitung mit den entsprechenden Werkzeugen kennen. Neben dem freien Arbeiten im Steinbruch unternahmen wir auch Ausflüge zu anderen Steinbrüchen oder zu zeitgenössischen Ausstellungen in der Umgebung, wie zur Festung Hohensalzburg, zur Stadtgalerie Zwergelgart oder zum Salzburger Kunst­ verein. Außerdem bekamen wir im Steinbruch eine Füh­ rung von einem Geologen, der uns die Entstehung und Entwicklung der Gesteine näherbrachte.
Im Kolloquium konnten wir zusammen verschiedene Herangehensweisen aller Teilnehmenden und Lehrenden näher erläutern und uns dadurch in unserer eigenen Arbeit weiterentwickeln, sie präzisieren, hinterfragen oder auch verwerfen, um andere Wege zu suchen. Für mich waren die besondere Umgebung inmitten der Natur, die umgebene Materialität und der intensive Austausch mit Gleichgesinnten, das Knüpfen von neuen Kontakten eine Bereicherung.
Meike Schulze Hobeling
    P-R-E-I-S-E / S-T-I-P-E-N-D-I-E-N 122
  






















































































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