Page 125 - Almanach2020
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 Stipendiat: Martin Schlathölter 17.08.–22.08.2020
Situation in der Klasse:
Böcke und Holzplatte mit Papiertischdecke, zwölf Personen, davon drei Männer und neun Frauen.
Sechs online Sechs anwesend
Wir sitzen in einem schlauchartigen Atelierraum. Alle sechs Anwesenden sitzen vor ihren Laptops und haben Zoom geöffnet. Jede Person im Raum schaut also ab- wechselnd auf den eigenen Laptop und die Lehrenden. Es gibt auch eine Raumkamera. Man möchte so das Gefühl eines Klassenraums vermitteln, so sagt man es uns. Zusätzlich ist im Raum eine Leinwand aufgebaut, auf der man der Zoom-Konferenz folgen kann.
Bericht:
Der Kurs »Schreiben über und durch die Kunst. Von Kunstkritik zum kreativen Schreiben« von Louisa Elder- ton und Klaus Speidel, welchen ich vom 17. August 2020 bis zum 22. August an der Salzburger Sommerakademie auf der Festung Hohensalzburg besuchen durfte, war sehr bereichernd für mich. Ich konnte durch den Kurs sehr viel über die unzähligen verschiedenen Facetten lernen, wie man Kunst betrachten kann. Genau das, was in der Akademie in meinen Augen leider viel zu oft unaus­
gesprochen bleibt, vielleicht, weil wir es als selbstver­ ständlich betrachten, war hier der Kerngedanke dieses Kurses. Die Frage nach dem WER hat WANN WAS mit WELCHEN Mitteln WIE für WELCHEN Ort WO für WEN geschaffen?
Diese grundlegenden Fragen der Kunstgeschichte eignen sich meiner Meinung nach perfekt als grundle­ gende Eckpfeiler für die Kolloquien in den Klassen und den Orientierungsbereich.
Neben der Sichtweise auf Kunst habe ich auch meine alte Leidenschaft für das Schreiben wiederentdecken dürfen, dafür bin ich sehr dankbar.
Auch wenn der Kurs sehr verkürzt war bei gleichem Inhalt und man dadurch doch recht wenig Freizeit hatte, um sich mit der Stadt und der Umgebung zu beschäfti­ gen, so hat der Kurs mich stark beeinflusst in der Art, wie ich mein Studium an der Akademie nun fortführen werde.
Durch die Pandemie­Situation gab es leider nur sehr wenig Austausch zwischen den einzelnen Kursen der Sommerakademie. Aus diesem Grund stellte eine Vernissage, die wir von unserem Kurs aus besuchten, ein persönliches Highlight dar. In der Ausstellung sah man unterschiedliche Positionen der DozentInnen Cäcilia Brown, Anna Hofbauer und Mikkel Holm Torp, welche ei­ nen Kurs im Steinbruch leiteten. Hier gab es nun endlich die Gelegenheit, sich mit anderen TeilnehmerInnen der Sommerakademie auszutauschen.
Erschreckend war der lasche Umgang mit der Pan­ demie­Situation in Salzburg, in der Innenstadt wurden kaum Abstände eingehalten oder Maske getragen.
Martin Schlathölter
            




















































































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