Page 147 - Almanach2020
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 Susanne Ristow
Künstlerin Düsseldorf / 15.12.2020
»Kulturvirologie« nennt Susanne Ristow ihr Forschungs- feld, zu dem sie dieser Tage die umfangreiche Studie »Das Virus als Medium. Virale Interaktionsmodelle in der Kultur des 20. und 21. Jahrhunderts« vorlegt. Im Rah- men ihrer Münster Lecture diskutiert die Düsseldorfer Künstlerin einige Thesen ihres Buchs, an dem sie lange vor der Covid-19-Pandemie zu arbeiten begonnen hatte. »Virus und Viralität gehören spätestens seit der Nach- kriegsmoderne zu den zentralen Begriffen einer mani- pulativen Verschmelzung von Natur und Technik in der westlichen Gegenwartskultur«, so Ristow. Als Synonym für Veränderung und evolutionären Alleskönner stellt sie das Virus im Zusammenhang mit den technologischen Voraussetzungen der Speicherung und Transformation kultureller Informationen vor.
Susanne Ristow (*1971, Lübeck) forscht seit 2010 zur Wirkungsgeschichte von Viren. Die Düsseldorfer Künstlerin, Museologin und Medienwissenschaft- lerin erprobt in großen Zeichenzyklen und künst- lerischer Forschung die infektiösen wie partizipativen Möglichkeiten von Bildern, Texten und Aktionen im öffentlichen und virtuellen Raum. In Performance Lectures und Interaktionen mit Kollaborateuren zur »Viral Art« entwickelt sie mithilfe der Denkfigur des Virus komplexe Zusammenhänge zwischen Kunst und Wissenschaft. Im Frühjahr 2018 reichte sie an der Phi- losophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf im Fachbereich Medien- und Kulturwissen- schaften ihre Dissertation »DAS VIRUS ALS MEDIUM. Virale Interaktionsmodelle in der Kultur des 20. und 21. Jahrhunderts« ein und wurde Anfang 2019 promoviert.
             






























































































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