Page 178 - Almanach2020
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 Anastasia Polonska
»This Is Where I Come To Cry«
Anastasia Polonska geht auf Spurensuche und findet bei sich zu Hause gesammelte kleine Relikte aus der gelebten Vergangenheit, die vor allem für die Künstlerin Bedeutung tragen.
Anhand dieser Gegenstände und der emotionalen Beziehung zu diesen, beginnen ihre Überlegungen zum Begriff Heimat. Was könnte das Wort bedeuten? Wie viele unterschiedliche feine Nuancen sind in dessen Klang mit eingeschlossen? Wo kann dieses Wort gefun- den werden, wann wird es zur Realität?
Ausgangspunkt sind persönliche Erfahrungen als russischsprechende Ukrainerin, die in Deutschland auf- wuchs. Anastasia spinnt ein textuelles Netz über den Heimatbegriff. Einmalig performativ vorgetragen, bau- en die Worte eine Verbindung auf zu all den in Augenhöhe an der Wand befestigten Objekten. Dann lässt sie uns Betrachtenden in waagrechter Linie Assoziationsräume öffnen für imaginierte Geschichten, ausgehend von den teils kryptischen Gegenständen.
14.01.2020
   Gedankenketten, aneinandergereiht als langer poeti- scher Text, ermöglichen es uns, an den philosophischen Überlegungen der jungen Künstlerin teilzuhaben und ihren Platz innerhalb und durch die Mittel der Kunst zu suchen.
Anastasia Polonska gibt mit ihrer feinen, unprä- tentiösen Arbeit dem Publikum die Möglichkeit, selbst in Überlegungen einzutauchen, was die Objekte und der Titel uns sagen sollen.
Irene Hohenbüchler
Anastasia Polonska
Geboren 1991 in Kiew. Seit 2011 an der Kunstakademie Münster. Studierte bei Prof.in Irene Hohenbüchler.
 01 Ausstellungsansicht: »This Is Where I Come To Cry«, Rauminstallation, Performance, 2020
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