Page 228 - Almanach2020
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 Jeanette Pieters
»Black-Rock-Studies«
Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilz- chen heiß?
Nette Pieters Arbeit verhandelt (unlösbar) in ihren »Black-Rock-Studies« den visuellen Teil eines Imperiums der global agierenden Firma Blackrock Inc.
Das Chef-Rumpelstilzchen Larry Fink ist dabei der nahezu einflussreichste Unbekannte, der übernatür- liche Helfer im Teufelspakt mit dem Weltkapital, der Stroh in Gold verwandeln kann. Fink ist Influencer und weltgrößter Vermögensverwalter, was nichts weniger bedeutet, als dass dieses Vermögen ein Vielfaches von Staaten aufwiegt und nahezu alles im globalen Markt generieren, formen und manipulieren kann.
15.12.2020
   Horten und verwalten. Das Dunkel zieht sich als Ge- gensatz zu Gold wie ein schwarzer Faden durch Nette Pieters Arbeit.
Die Auseinandersetzung der malenden Konzept- künstlerin ist relativ kurz. Von 2017 bis heute sind Untersuchungsfelder im Blackrock-Kosmos ihr ausge- dehntes Forschungsgebiet. Es sind Berührungspunkte mit Wirtschaft, Politik, Kunst, Gesellschaft, daraus vor allem aber auch die Einflüsse auf ihr privates Leben.
»Es gibt kein richtiges Leben im falschen« – Theo- dor W. Adornos berühmter Satz ist nicht nur das Fazit einer grundkaputten Welt, es ist auch ziemlich aktuell und richtig betrachtet auch konkret anwendbar, wenn es ums Kunstmachen geht.
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