Page 234 - Almanach2020
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 Personalien Klaus Merkel
Der langjährige Professor für Malerei wurde mit Ab- lauf des SoSe 2020 in den Ruhestand verabschiedet.
Klaus Merkel malt Bilder in Bildern in Bildern. Er malt Bilder im Plural, figuriert diesen dann aber immer wieder im einzelnen Bild. Entsprechend denkt er über Malerei in Zusammenhängen, blickt über sie und die einzelne Gattung hinaus auf die zeitgenössische Kunst, um diese wiederum in gesellschaftlichen, ökonomischen, betrieb- lichen Kontexten zu verorten, in denen sie ausgestellt, verhandelt, auch gehandelt wird. Es ist diese umfas- sende Perspektive auf die Kunst und ihre Zeitgenossen- schaft, auf ihre Notwendigkeit und Dringlichkeit, an der Merkel nicht nur die Studierenden seiner Malereiklasse teilhaben ließ. Bei zahlreichen Anlässen profitierte davon, wer immer mit ihm an einem Tisch saß – ob in den Gremien der Akademie oder nach einer Münster Lecture, zu deren Publikum er kontinuierlich zählte, um lebhaft mit den Gästen zu diskutieren. Immer stand das Interesse an anderen künstlerischen Positionen im Vordergrund, dies auch dann, wenn er ihnen in kriti- scher Distanz begegnete, die er kollegial und produktiv zu formulieren wusste. Im Gespräch mit Merkel durfte man jederzeit auf Wachheit und intellektuelle Neugier zählen, die ihn nie von einem klaren, unkorrumpierbaren Standpunkt abhielt. Argumente soweit wie möglich zu differenzieren, prägte seinen Anspruch in Austausch und Diskurs ebenso, wie diese als persönliche Haltung erkennbar zu machen. Differenziert, nahezu lückenlos berichtete Merkel über die Entwicklung von Malerei und Kunst seit den späteren 1980er-Jahren und konnte in seinen Erzählungen von Ausstellungen und Begegnungen jüngere Kunstgeschichte leibhaftig lebendig werden lassen. »1989 war ja nicht 1990« – solche Sätze bleiben aus diesen Gesprächen in Erinnerung, die zum Glück mit dem Abschluss seines akademischen Berufslebens nicht zu Ende gehen müssen.
Georg Imdahl
Klaus Merkel, 1953 in Heidelberg geboren, studierte von 1975 bis 1980 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe.
Klaus Merkel war von 2009 bis 2020 Professor für Malerei an der Kunstakademie Münster.
Er lebt und arbeitet in Schallstadt und Freiburg. Seit 1979 ist Klaus Merkel an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland beteiligt; u.a. 1985 bei 1945–1985 Kunst in der Bundesrepublik Deutschland in der Nationalgalerie Berlin; 1987 in der Kunsthalle Bielefeld; 1988 mit (freundlich) im Kunst- verein für die Rheinlande/Westfalen Düsseldorf sowie der BiNationale in der Kunsthalle/Kunstsammlung
Nordrhein-Westfalen Düsseldorf, dem Institute of Con- temporary Art/Museum of Fine Arts Boston, in Schlaf der Vernunft im Museum Fridericianum Kassel und bei In Situ in der Secession Wien; 1994 in der Kunsthalle St. Gallen; 1995 mit der Jackson Pollock Bar bei Art & Language & Luhmann in der Kunsthalle Wien; 1996 bei Nuevas Abstracciones im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia Madrid und dem Museu d’Art Contemporani de Barcelona und in Private View im Henry Moore Institute Leeds/Barnard Castle; 2000 mit Cut Expo Extras im Kraftwerk Vockerode/Dessau; 2001 mit Apexart in The Roger Smith Penthouse in New York; 2002 in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden; 2003 mit Gestelle geschoben im Schloss Monrepos Ludwigsburg und bei deutschemalereizweitausend- drei im Frankfurter Kunstverein; 2006 mit The Most Contemporary Picture Show, Actually in der Kunst- halle Nürnberg; 2009 in Das Gespinst im Museum Abteiberg Mönchengladbach; 2010 im LWL-Museum für Kunst und Kultur Münster, mit Schürmann Berlin bei Haubrokshows Berlin, dem Musée Würth Erstein und der Kunsthalle Mannheim; 2011 mit frühe 80er späte 80er in der Kienzle Art Foundation Berlin; 2015 im Contemporary Art Museum Hangzhou und dem Ludwig Forum Aachen; 2017 in der Kunsthalle Düssel- dorf und dem Kunstmuseum Liechtenstein; 2019 bei Condo in London.
Klaus Merkel wird vertreten durch die Galerie Max Mayer in Düsseldorf und der Galerie Nicolas Krupp in Basel.
merkel-atelier.de
Einen Beitrag der Klasse Klaus Merkel finden Sie in der Rubrik »Akademisches Leben« auf den Seiten 172–173.
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