Page 235 - Almanach2020
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 Alex Wissel übernahm zum Wintersemester 2020/2021 eine Vertretungsprofessur für Malerei (ehemalige Klas- se Merkel) an der Kunstakademie Münster. Er studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und der Ecole Natio- nale des Beaux Arts Lyon. In seiner Arbeit verschränkt er über einen längeren Zeitraum innerhalb verschiedener transmedialer Prozesse öffentlichen mit theatralem Raum und Bildraum. Das Medium der Zeichnung tritt hierbei als organisierendes Zentrum der verschiedenen Aktivitäten auf und wird von Wissel explizit in einer Malereitradition gesehen.
»Wissels Videoinstallationen, Filme, Zeichnungen und Performances gründen auf der Selbstverständlich- keit von Teilnahme, Beobachtung und Kritik. Mit einem Hang zum Tragisch-Komischen arbeitet sich Wissel intuitiv und scheinbar mühelos durch die Segmente des von Neoliberalismus, Finanzkrise und Globalisierung geprägten Kunstbetriebs. Hinter Gegenentwürfen wie ›Oktoberbar‹ oder ›Single Club‹ schart sich ein Spektrum an Mitwirkenden, in den daraus entstehenden Filmen tritt die eigene Künstlergeneration ebenso auf wie die deutsche Schauspielprominenz. Aus einer forcierten Form von Kooperation gelangt Alex Wissel bei aller Nonchalance in seinen ›partizipativen Sozialskulptu- ren‹ zu pointierter Schärfe, was die zuletzt begonnene Filmparabel ›Rheingold‹ um den Fall des Düsseldorfer Kunstberaters Achenbach demonstriert.«
(Laudatio, Förderpreis des Landes Nordrhein- Westfalen 2019)
Christa Heisterman
Die langjährige Lehrbeauftrage beendet ihre Tätigkeit
Alex Wissel
Gastprofessor vertritt die Professur von Klaus Merkel
Christa Heistermann beendet ihre weit über zwei Jahr- zehnte währende Tätigkeit als Lehrbeauftragte für Museumspädagogik an der Kunstakademie Münster. Seit 1987 war das LWL-Museum für Kunst und Kultur ihr Wirkungs- und Erfahrungsort als freie Museumspä- dagogin. 1996 fand dort, damals noch Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, ihr erstes Seminar mit Kunststudierenden statt. Ständig auf der Suche nach Möglichkeiten der Kunstvermittlung, die BesucherInnen aus der Reserve zu locken und zu eigener Erkundung anzustiften, hatten auch ihre Lehrveranstaltungen oft einen experimentellen Charakter. Besuchergruppen aller Art und jedweden Alters sollten in einen lebendigen Aus- tausch und eine intensive Begegnung mit den Originalen der Kunst gebracht werden.
Ihre Tätigkeit im Rahmen der »Regionalen Muse- umspädagogik« und im Zusammenhang mit der Erstel- lung von Vermittlungskonzepten führte sie auch nach Unna, Soest, Werl oder Beckum sowie an Industrie- und Stadt- und Archäologiemuseen.
Generationen von Studierenden schätzten ihr von Praxiserfahrung durchdrungenes vielfältiges methodi- sches Repertoire. Sie konnten unter ihrer anregenden Begleitung eigene Konzepte entwickeln, in deren Origi- nalität sich die Atmosphäre der kreativen Suche nach neuen Wegen zur Kunst ausdrückte, auf die es Christa Heistermann ankam. Die Hochschule bedankt sich auch im Namen ihrer Studierenden für ihr langjähriges En- gagement und ihre Verdienste um die Kunstvermittlung im Lehrangebot der Kunstakademie.
         Stefan Hölscher
























































































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