Page 44 - Almanach2020
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Klasse Maik und Dirk Löbbert »Behausung«
 Was macht einen Ort aus, den man als Behausung be- zeichnen würde? Die Studierenden der Klasse Löbbert gingen einzeln für sich der Frage nach, was für sie eine Behausung sein kann bzw. was sie damit verbinden.
Dabei überschreitet die Klasse die Grenzen des Atelierraumes: Behausungen werden im Inneren der Klasse vom übrigen Raum klar abgetrennt und bilden neue, eigene Räume: eine urige Dortmunder Kneipe, in der man vergisst, dass man sich eigentlich gerade in der Kunstakademie Münster befindet, ein dunkler Raum, in dem unaufhörlich Nudeln kochen, eine erhöhte Plattform, die den Blick ins All wirft und über zukünf- tige Behausungen nachdenkt. Aber auch nach außen überschreitet die Klasse die Grenzen des Ateliers. Eine Gefängniszelle wächst aus der Klasse heraus, ein mit
LKW-Plane abgedecktes Zelt, in dem es in den Kessel tropft und das von Kerzenschein erleuchtet ist, steht auf dem Vorplatz, eine undurchsichtige, halboffene gläserne Raumkonstruktion steht in diffusem Licht auf der Rasenfläche ein paar Meter weiter. Einige Arbeiten stellen die Frage, was für diejenigen eine Behausung ist, die gerade keine Behausung haben. Andere zeigen die letzte Behausung des Menschen oder entwerfen vollkommen neuartige oder reduzierte Behausungen als mobile Modelle. Bei einigen Arbeiten geht es um temporär entstehende Behausungen, etwa bei einem Platz aus Pflastersteinen, auf dem per Audio eine Un- terhaltung von einer Gruppe von Menschen zu hören ist, während andere dem heimeligen Gefühl einer Behausung nachgehen, in der man sein kann, wie man ist.
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