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Mein Aufenthalt an der Cité internationale des Arts, Paris oh Paris, du warst so unglaublich schön ...
Wenn ich an die Zeit in Paris denke, bekomme ich immer noch Gänsehaut und bin regelrecht verliebt. Nach wie vor beschleicht mich das Gefühl, es war ein Wach- traum, den ich dort erlebt habe. Jeden Morgen Baguette oder Croissants frühstücken, lange Spaziergänge an der Seine bei Morgenlicht und einem starken Kaffee. Über die uralten Brücken der Ile de la Cité spazieren und das glitzernde Wasser blinzelnd anlächeln. Wo bin ich hier nur gelandet? In einem Traum aus Zuckerguss und Ro- sen, bodentiefen Fenstern, duftenden Blumen und köst- lichem Essen. Bunte, originelle Märkte mit viel frischem Obst und Gemüse, Austern schlürfen am Sonntag und die Stadt der Liebe anfangen, beschnuppern zu dürfen. Angelegte Parks, Statuen und Häuser, die einem abends Geschichten aus einem anderen Jahrhundert erzählen. Und noch dazu die vielen Galerien, Museen, Offspaces, Konzerte und Puppenspieler*innen ...
Alte Geschichte trifft auf neuzeitlichen Fashion- punk. Die gehobene Schicht läuft an Obdachlosen vorbei, fast so, als wären diese nicht da. Africa meets Europe in neuen, hitzigen Diskussionen über das, was war und sein könnte. Wie wollen wir weiter miteinander leben? Was sagt die Vergangenheit über die Zukunft aus? Gäbe es dieses wunderschöne, wohlhabende Europa ohne Aus- beutung und Sklaverei? Befinden wir uns nach wie vor in einer versklavten Welt? Und wer profitiert von wem? Das alles sind Gedanken und Gefühle, die mich seit Paris nicht loslassen, die wir bei Wein und Kaffee gemeinsam,
aber auch jeder für sich, mal staunend, mal traurig 111 oder grübelnd, mal im Dialog, mal allein diskutiert und kommuniziert haben. Salsa und Breakdance direkt ne- beneinander im Lockdown an der Seine ... Gruppen von Menschen, die sich draußen treffen, um zusammenzu- P kommen, der Einsamkeit der eigenen vier Wände zum R Trotz. Paris lebt und wird für immer ein Ort für inter- E nationale Zusammenkünfte, Austausch, Genuss, aber I auch Armut und Arroganz sein. Die Stadt ist so divers S und facettenreich wie ihre Bewohner*innen, hat etwas E extrem Sanftes, aber auch Schonungsloses zugleich.
Sie pulsiert, und wenn man auf dem Dach des Centre / Pompidou steht, kann man kaum glauben, dass man hier
ist – in Paris, zwischen Eiffelturm und Montmartre ... S
Ein Schwarm Tauben fliegt durchs Bild, man blinzelt T und wacht plötzlich wieder in seinem Zimmer in Deutsch- I land auf. Was war das? Ein Traum, eine lange Party, ein P Fest der Gefühle, viel Kunst, viel Kaffee, viele Menschen E aus aller Welt und viele Fragen und Kontakte, die am N Ende offen bleiben. Wo knüpft man an? Was bleibt in D Erinnerung? Am liebsten würde ich ganz schnell zurück I und doch sind die meisten Dinge ja eben auch nur so E kostbar, weil sie irgendwann wieder vorbei sind. Danke N Paris, danke Cité, ich werde dich, die Begegnungen und
die Kunst nie vergessen.
Jana Rippmann

