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CHECK! 2019 – Kunstakademie lud SchülerInnen in der zweiten Auflage zum Studiencheck

Eventbild für CHECK! 2019 – Kunstakademie lud SchülerInnen in der zweiten Auflage zum Studiencheck

Wie studiert man eigentlich Kunst? Kann man Kunst überhaupt lernen? Was fange ich mit dem Studium später an? Mit diesen und vielen anderen Fragen im Gepäck besuchten auch in diesem Jahr 10 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jahrgangsstufen Q1 und Q2 anlässlich des "Check! 2019" die Kunstakademie Münster. Nach dem erfolgreichen ersten Durchgang im vergangenen Jahr, bot sich nun erneut kunstinteressierten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, die Studieninhalte und Studienbedingungen an der Kunstakademie Münster live zu erleben.

Orientierungshilfe

"Das ist keine Werbeveranstaltung, auch wenn wir natürlich gerne die Vorzüge unserer Hochschule vorstellen. Die Studieninteressierten sollen die Möglichkeit bekommen, ihre Vorstellungen von einem künstlerischen Studium frühzeitig mit der Realität abzugleichen, damit sie ihre Studiengangswahl auf einer Basis treffen können, die über eine klassische Beratung hinausgeht", erläutert der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, Martin Lehmann, dessen Abteilung die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Studienberatung der Hochschule konzipierte, die Zielsetzung. "Damit folgen wir auch dem Anliegen der Landesregierung, die Angebote der Hochschulen für die Studieneingangsphase zu verbessern, was auch die Orientierungshilfen vom Übergang von der Schule in das Studium betrifft."

Für die Neuauflage des "Checks" rief die Kunstakademie kunstinteressierte Schülerinnen und Schüler auf, sich mit einer Auswahl eigener Arbeiten sowie einem Motivationsschreiben für die Teilnahme zu bewerben. "Eine solche Veranstaltung bedeutet einen großen Aufwand, zudem sind die Inhalte und der Zeitplan durchaus fordernd für die SchülerInnen und wir können nur eine begrenzte Zahl von Plätzen anbieten. Die Bewerbung dient daher dazu, die Ernsthaftigkeit des Interesses zu prüfen, nicht aber der Bewertung zur künstlerischen Eignung für ein Studium bei uns. Diese wird erst bei einer tatsächlichen späteren Bewerbung um einen Studienplatz vorgenommen", so Lehmann. „Besonders bemerkenswert ist, dass wir in diesem Jahr sogar Bewerbungen aus Berlin und Leipzig erhalten haben. Wir freuen uns, dass unser Angebot also offensichtlich auf großes Interesse auch außerhalb von NRW stößt“, ergänzt Larissa Böhringer, zuständig für die Angebote zur Studieneingangsphase an der Hochschule.

Freiheit als Herausforderung

Zum Einstieg wurden die TeilnehmerInnen in einem ausführlichen Vortrag über Studieninhalte, Studienziele, den Aufbau des Studiums und berufliche Perspektiven informiert. Vollkommen neu, weil aus dem Schulalltag fremd, war dabei das akademische Prinzip, nach dem die Studierenden ab dem dritten Semester in semesterübergreifenden Künstlerklassen studieren und zwar unabhängig davon, ob sie Freie Kunst oder Kunst auf Lehramt studieren, wodurch alle die gleiche künstlerische Ausbildung erhalten. Besonders spannend für die SchülerInnen war die Besichtigung des Orientierungsbereichs, denn hier beginnt das Studium für jeden Jahrgang mit einer zweisemestrigen Orientierungsphase. Unter Anleitung eines Professorenteams lernen die StudienanfängerInnen die Besonderheiten eines künstlerischen Studiums kennen, können sich frei ausprobieren und mit unterschiedlichen Medien experimentieren, um ihre persönlichen Interessen, Stärken und Schwächen zu erkennen und erste Weichen für den weiteren Weg zu stellen. Hier wurde den TeilnehmerInnen auch eine besondere Herausforderung des Kunststudiums verdeutlicht: Die große Freiheit, die ein hohes Maß an Selbstständigkeit und auch Disziplin erfordert; dass ihnen im Gegensatz zur Schule im künstlerischen Studium keine Aufgaben gestellt werden, die es zu lösen gilt (zum Beispiel etwas Bestimmtes zu zeichnen) und die dann korrigiert werden, sondern dass es von Beginn an darum geht, den eigenen Gedanken und Themen selbstständig einen künstlerischen Ausdruck zu geben, dazu die adäquaten Mittel und Medien zu wählen, und diesen Werkprozess permanent im kritischen Austausch mit den ProfessorInnen aber auch KommilitonInnen zu reflektieren, um so Schritt für Schritt eine eigenständige, ausgereifte Position zu entwickeln, war für alle eine herausfordernde, für manchen auch eine überfordernde Vorstellung.

Studieninhalte live erleben

Die praktischen Einblicke in das Studium bilden den Kern des Programms – so konnten die TeilnehmerInnen zum Abschluss des ersten Tages gruppenweise einige künstlerische Klassen besuchen und am Klassenkolloquium teilnehmen. In den wöchentlichen Kolloquien besprechen die ProfessorInnen gemeinsam mit den Klassenmitgliedern die aktuellen Arbeiten einzelner Studierender, diskutieren über allgemeine Fragen zur Kunst oder planen Projekte. Auch die SchülerInnen konnten ihre mitgebrachten Arbeiten vorstellen. In den Gesprächen mit den Studierenden und Professoren erfuhren sie außerdem mehr darüber, wie das Studium in der Praxis funktioniert, welche Voraussetzungen es zu erfüllen gilt und welche persönlichen Eigenschaften man mitbringen sollte, wenn man erfolgreich Kunst studieren möchte.

Am zweiten Tag bot sich den TeilnehmerInnen die Möglichkeit, Eindrücke in den Werkstätten zu sammeln. Die Werkstätten für Radierung, Maltechnik und Keramik zeigten auf, welche handwerklichen Fähigkeiten dort vermittelt werden und unter Anleitung der künstlerisch-technischen WerkstattleiterInnen konnten die SchülerInnen zum Beispiel eigene Druckgrafiken erstellen, Rahmen selber bauen oder lernen, wie man Farben herstellt. Abgerundet wurde das Programm durch die Teilnahme an einer Vorlesung, in der die SchülerInnen einen Einblick in den wissenschaftlichen Teil des Kunststudiums an der Kunstakademie Münster erhalten konnten.

"Aus unserer Sicht war die zweite Auflage von Check! ein großer Erfolg. Am Ende gab es keine offenen Fragen mehr und die Bewertung der Veranstaltung, die die SchülerInnen über einen Fragebogen vornehmen konnten, fiel ebenfalls überwiegend sehr positiv aus. Die Kritik aus dem letzten Jahr an der zu dichten Taktung des Programms haben wir für diesen Durchlauf berücksichtigt und das Programm entzerrt – mit dem positiven Effekt, dass die TeilnehmerInnen mehr Zeit für Gespräche mit unseren Studierenden hatten, die sicherlich die beste Quelle sind, wenn es um Auskünfte über den Studienalltag geht“, resümiert Larissa Böhringer die zwei Veranstaltungstage.  

Das Ziel, den SchülerInnen eine Orientierungshilfe zu geben, wurde auf jeden Fall erreicht: Sechs von ihnen fühlten sich in ihrem Wunsch, Freie Kunst oder Kunst auf Lehramt zu studieren, bestärkt und können sich dies auch an der Kunstakademie Münster vorstellen. Eine Person gab an, feste Strukturen, Termine und Richtlinien zu benötigen und sieht daher die Freiheiten im Studium an der Kunstakademie als nicht passend für sich an. Die übrigen drei TeilnehmerInnen sind weiterhin unentschlossen, konnten jetzt aber klarer definieren, welche Aspekte sie ansprechen und welche sie verunsichern.

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