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11.12.2021 – 15.01.2022

Philipp Höning, Sujin Bae und Jonathan Lemke /// Das Leben, es ist gut.

Atelier- und Galeriehaus Defet Nürnberg

Eventbild für Philipp Höning, Sujin Bae und Jonathan Lemke /// Das Leben, es ist gut.

Herzliche Einladung zur Ausstellung.

Eröffnung: Samstag, 11. Dezember 2021, 19:00 Uhr

„Das Leben, es ist gut.“ Wo dies noch betont gesagt werden muss, ist es meist nicht gut. Und dennoch nehmen die Künstler*innen Su Jin Bae, Philipp Höning und Jonathan Lemke dieses Bonmot Goethes beim Wort - als Ausstellungstitel, um genau zu sein. Ihre künstlerischen Arbeiten spüren der Sehnsucht nach dem ,guten Leben' nach - dieser nicht tot zu kriegenden Moral, die längst zweifelhaft geworden ist. Der White Cube dient als Echokammer. Als Zeitmaschine.
Als Zwischenraum, zwischen Utopie und Dystopie.

Die filmischen „Bussgebete" von Bae und Lemke bringen einen ganzen Chor an Stimmen zur Aufführung, die die Katastrophen des zwanzigsten Jahrhunderts vergegenwärtigen und zugleich jede Gegenwart aufzulösen scheinen.
Ihre Fotografien und Collagen sind unzeitgemässe Betrachtungen. Die dargestellten Augenblicke werden heimgesucht, durch eine historische Traumsequenz.
,,[D]as, was ich sehe, befand sich dort, an dem Ort, der zwischen der Unendlichkeit und dem wahrnehmenden Subjekt (operator oder spectator) liegt; es war ganz und gar unwiderlegbar gegenwärtig und war doch bereits abgeschieden.". Die Gegenwart entgleitet.

Die Gestelle, aus veralteten Audiogeräten und retro- futuristischem Gestänge die Höning zu Hörstationen, für seine Hörspiele und Drone Sounds verschweißt, sind poetische Prothesen aus dem Getriebe einer zeit-genössischen Infrastruktur des Plattformkapitalismus. Der Maschinenraum einer Konsumwelt, die ihre materiellen Vorraussetzungen und prekären Ausbeutungsökonomien verdrängt. Entstanden ist das Hörspiel nach ausgedehnten Recherchen zur ,neoliberalen Architektur' des Shopping-Centers Langwasser Nürnberg sowie der Siedlung Einsteinring. Im Ausstellungsraum werden die Fragmente entfremdeter Arbeit, zum unheimlichen Mobiliar.

Doch auch hier klingt - als Drohung oder (leeres) Versprechen - nach, was Siegfried Unseld in Goethes titelgebendem Gedicht vernahm: ,,Nirgendwo in diesen Zeilen ist Resignation, überall Einverständnis mit der Vergänglichkeit, überall auch die Kraft der Bewahrung und Versöhnung: »Wie es auch sei das
Leben, es ist gut.«

Die Idee zur Ausstellung entstand während Hönings Stipendium der zumikon Stiftung auf Initiative von .Harald Raab. Gemeinsam mit Su Jin Bae und Lemke erarbeitete er ein inhaltliches und formales Konzept, in dem aus verschiedenen Perspektiven auf die Fragestellungen geantwortet wird. Thorsten Schneider kuratiert die Ausstellung.

Fussnoten:
1 Roland Barthes, Die helle Kammer. Bemerkungen zur Photographie, Frankfurt a. M. 1989, S. 87.
2 Siegfried Unseld, in: Ders., (Hg.), Johann Wolfgang Goethe, Das Leben, es ist gut. Hundert Gedichte, Frankfurt a. M. 2014, Paratext.

Text: Thorsten Schneider / Bild© Su Jin Bae+Jonathan Lemke(oben), Philipp Höning(unten)

 

Öffnungszeiten: Do – So, 11:00 – 20:00 Uhr
23.12.–26.12. / 30.12. – 02.01. geschlossen

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