Prof. Irene Hohenbüchler
Kooperative Strategien
T. +49 251 83 61142
hohenbuechler[at]kunstakademie-muenster.de
Leonardo-Campus 2
Raum 142
- geboren 1964 in Wien
- 1984 – 1989: Studium der Malerei an der Universität für Angewandte Kunst Wien bei Maria Lassnig
- 1990 – 1991: Postgraduate Study an der Jan van Eyck Akademie, Maastricht
- 2002 – 2005: Gastprofessorin an der Akademie der bildenden Künste Wien
- 1994 DAAD Stipendium Berlin, 1995 Mies van der Rohe Stipendium der Stadt Krefeld und 2009 den Würdigungspreis des Landes Niederösterreichs.
Seit 2011 Professorin an der Kunstakademie Münster
Mein Interesse an einem erweiterten Kunstbegriff führt in meiner Arbeit, gemeinsam mit Christine Hohenbüchler, zu einer Kombination unterschiedlichster Materialien und Medien. Dieser Kunstbegriff basiert auf der Vielfältigkeit des kulturellen Feldes und knüpft an unterschiedliche Aspekte an: soziales Engagement, architektonische Fragestellungen, Fertigungstechniken aus dem angewandten Bereich sowie die Beschäftigung mit literarischen Texten. Dabei verbinden sich Zeichnung, Malerei, Skulptur, Fotografie, Videodokumentationen und textile Elemente. Es entsteht eine Vielschichtigkeit, die die Betrachter*innen zum Assoziieren anregt und offen für mehrere Deutungsmöglichkeiten bleibt. Die Raumsituationen wirken dadurch oft schwebend, etwas rätselhaft Verschlossenes wohnt den Installationen inne.
In der Ausstellung Offene Handlungsfelder bei der Biennale Venedig 1999, österreichischer Pavillon, reagierten wir auf den Krieg im Kosovo und die daraus resultierende Fluchtbewegung. Wir versuchten, eine Antwort zu finden, indem wir gemeinsam mit dem Architekten Martin Feiersinger einen Prototypen bauten: ein mobiles Haus, das überall mitgenommen und aufgestellt werden könnte.
Der Handlungsraum der „multiplen Autorenschaft“ spielt eine zentrale Rolle. In den 1990er Jahren luden wir vermehrt Menschen, vor allem aus benachteiligten Gemeinschaften, ein, sich in einem kollektiven Arbeitsprozess an künstlerischen Projekten zu beteiligen. Die Zusammenarbeit mit der Kunstwerkstatt in Lienz endete 1997 mit der Präsentation auf der documenta X in Kassel. Besucher*innen und Nutzer*innen werden zunehmend in die Gestaltungsprozesse eingebunden. Situationen können sich verändern, wachsen, wuchern und wieder verschwinden. Institutionen und Ausstellungsorte bieten Möglichkeiten für Kooperationen, wie beispielsweise Wilde Gärten im Areal des Kunstmuseums Thurgau (CH) in Zusammenarbeit mit den Mitarbeiter*innen der Gärtnerei und dem Institut für Kunst und Gestalten, TU Wien. Dabei ist die Herausforderung, die verschiedenen Beteiligten zu orchestrieren und jedem einen eigenen Freiraum zu gewähren. Letztlich entstehen größere Rauminstallationen, die als Gesamtes wirken, wie etwa „Räume der Kommunikation“ – performative Installation #3 im Museum für Gegenwartskunst Siegen, Pulse: Art, Healing, and Transformation im ICA Boston (USA) in Zusammenarbeit mit Studierenden der Akademie für Bildende Kunst Wien 2003 oder „Craftivism“ im Arnolfini, Bristol (UK) 2009. Weitere Projekte sind „Wir wollen BMX“, kuratiert von transparadiso: Paradise Enterprise in Judenburg (A) 2014.
Weitere wichtige Stationen:
- 2011: „Aufruf zur Alternative“, Schmela Haus, K20 Düsseldorf
- 2018:
- „Räume im Raum“ Räume betreten, erleben und selber bauen, Kunstmuseum Bonn
- Neuer Norden Zürich, ein Kunstprojekt im öffentlichen Raum
- „Von Fremden Ländern in eigenen Städten“, Markus Ambach Projekts, Düsseldorf
- 2019: Gewächse der Seele – Pflanzenfantasien zwischen Symbolismus und Outsider Art, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen am Rhein
- 2020:
- 2050 – nature morte / Kunst zum Klimawandel, L40-Verein zur Förderung von Kunst und Kultur Berlin gemeinsam mit der Klasse Kooperative Strategien, Münster
- See: Kinderrechtsplatz, KÖR Wien Platzgestaltung
- 2021:
- Carlone Contemporary, oberes Belvedere, Wien
- Was sein wird. Von der Zukunft zu den Zukünften, Kunsthaus Graz: Zusammenarbeit mit Kunst und Gestalten, TU Wien und der Klasse kooperative Strategien, Kunstakademie Münster
- NIMMERSATT: Gesellschaft ohne Wachstum denken, LWL Museum Münster
- 2022:
- Kollaborationen, Mumok Museum Moderner Kunst Wien
- Sisters an Brothers, Kunsthalle Tübingen, Lentos Kunstmuseum Linz
- 2023: Mit und ohne Worte, Zoom Kindermuseum im Museum Wien und Wiener Neustadt
- 2024:
- CO:CO für das KinderKunstLabor St. Pölten (A) gemeinsam mit dem Kinderbeirats des Museums
- Loop and Fangs, Galerie Martin Janda Wien
- 2025:
- Peche Pop. Dagobert Peche und seine Spuren in der Gegenwart, MAK Wien
- Das halbe Leben. Formen der Arbeit in Kunst und Geschichte, Museum unter Tage in Zusammenarbeit mit der Klasse kooperative Strategie, Kunstakademie Münster und dem kunstgeschichtlichen Institut der Ruhruniversität Bochum
